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Künstlerische Ausbildung & Studien

Kirisits' künstlerischer Werdegang zeichnet sich nicht durch eine klassische akademische Laufbahn, sondern durch eine gezielte, eklektische Auswahl wegweisender Lehrmeister aus. Seine Stationen bei prägenden Mentoren wie dem Neo-Expressionisten Jörg Immendorff und dem Sottorealisten Aris Kalaizis formten seine Entwicklung von akribischer handwerklicher Präzision hin zu expressiver, existenzieller und konzeptioneller Freiheit auf der Leinwand. 1988: Teilnahme an einem Meisterseminar der Passauer Airbrush-Schule unter der Leitung von Friedrich G. Heindl (Schulung von Präzision und hyperrealistischen Tendenzen). 1989: Studium der Malerei an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg bei Jörg Immendorff (Hinwendung zu Expressivität, Emotion und gesellschaftlich-existenziellem Ausdruck). 1990: Außerordentliches Studium an der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz (Festigung des theoretischen und konzeptionellen Fundaments). 2004 – 2005: Besuch der Abendschule an der Hochschule Design und Kunst in Luzern bei August Öschgen (Vertiefung der konzeptionellen Reife). 2014: Meisterklasse für Ölmalerei an der Sommerakademie Traunkirchen bei Aris Kalaizis (Hinwendung zu den Konzepten des Sottorealismus).

Geografische Stationen & Ateliers

Die Geografie seiner wechselnden Lebens- und Arbeitsorte fungiert für Kirisits als direkter, mikroskopischer Motor seiner kreativen Inspiration. Seine Ateliers – vom gleißenden atlantischen Licht an der portugiesischen Algarve über seine meditative Wirkungsstätte in der Schweizer Villa Gärbi bis hin zum naturnahen Sommerrefugium in der Steiermark – dienen ihm dabei als direkte Katalysatoren für Farbe, Licht und Motivwahl. Bis ca. 1998: Waldkirchen am Wesen (OÖ), Wien, Linz, Wels (Aufwachsen im Donautal; ländliche Prägungen und frühe künstlerische Entwicklung in Österreich). 1999 – 2001: Schweiz & Niederlande (Beginn der internationalen Expansion und transitorischen Bewegung). 2001 – 2003: Algarve, Portugal (Zweijähriger Aufenthalt; Befreiung der Farbpalette durch atlantisches Licht und Integration exotischer Naturmotive). Seit 2003: Schöftland, Schweiz (Hauptwohnsitz; Einrichtung des Ateliers in der historischen, denkmalgeschützten Villa Gärbi; Entstehung tiefer, meditativer Werke). Seit 2014: Eibiswald, Steiermark (Heimatregion seiner Ehefrau; Aufbau des Sommerateliers und naturnahen Kunstplatzes „Strohhütte“). Ab 2025: Mallorca, Spanien (Einrichtung eines neuen Ateliers auf den balearischen Inseln; Suche nach neuen Lichtverhältnissen und maritimer Weite).

Künstlerische Schaffensphasen

Das über vier Jahrzehnte gewachsene Gesamtwerk des Künstlers gliedert sich in vier primäre, eng an seine jeweilige Lebensumgebung gekoppelte Schaffensphasen. Diese Perioden dokumentieren eine faszinierende stilistische Reise, die von der ungestümen Aktions- und Performancekunst der frühen Jahre bis zur hochgradig symbolischen und existenziellen Verdichtung seines heutigen Spätwerks reicht. Phase I (1985 – 1997) - Frühe Impulse & Spontanität: Suche nach Ausdruck; direkte Interaktion mit dem Publikum; Gründung der „GRUPPE SILO“ (Wels, 1995); experimentelle, vom Neo-Expressionismus Immendorffs beeinflusste Werke. Phase II (1998 – 2003) - Aktionsmalerei & Expansion: Verschmelzung von Malerei mit Musik und Tanz (Aktionsmalerei); Portugal-Aufenthalt erhellt die Farbpalette durch atlantisches Licht und bringt exotische Naturmotive wie die Agave hervor. Phase III (2004 – 2019) - Konsolidierung & existenzielle Tiefe: Rückzug in die Schweiz; Beruhigung des äußeren Rahmens führt zu nach innen gerichteter Vertiefung; Fokus auf pflanzliche Wachstums- und Verfallsprozesse; Meisterklasse bei Kalaizis (2014) bringt sottorealistische Tiefe. Phase IV (Ab 2020) - Reifephase & symbolische Verdichtung: Fokus auf symbolisch hochaufgeladene Bilderserien (z. B. Raben-Serie); Präsentation auf internationalen Events und Rückkehr zur Naturkonfrontation durch Freilichtausstellungen im Schnee oder am Meer.

Unternehmerische & Ganzheitliche Aktivitäten

Weit abseits des klassischen, oft einengenden Kunstbetriebs pflegt Kirisits eine ganzheitliche Lebensphilosophie, die Kunst, Spiritualität und kluges Unternehmertum miteinander verschmilzt. Erfolgreiche Standbeine wie die Herstellung ganzheitlicher Licht-Produkte in der familieneigenen SUNHAND GmbH oder der Betrieb eines Bed & Breakfast sichern ihm eine vollständige wirtschaftliche Unabhängigkeit, die ihm kompromisslose künstlerische Freiheit garantiert. Sunhand GmbH: Geschäftsführung (zusammen mit Ehefrau Maria Luise Kleindienst) in der Villa Gärbi in Schöftland (CH); Herstellung von ganzheitlichen Licht-Produkten und Sonnen-Arkana; Synergie zwischen meditativem Malprozess in Öl und feinstofflicher Arbeit. Bed & Breakfast, Villa Gärbi: Denkmalgeschützte Villa (erbaut 1811), aufwendig baubiologisch saniert; Verschmelzung von Leben, Arbeiten und Gastfreundschaft. Kiris Gastro GmbH: Ergänzender unternehmerischer Zweig zur Sicherung finanzieller und kommerzieller Unabhängigkeit im Kunstmarkt.

Ausgewählte Ausstellungen

Seine reichhaltige Ausstellungsbiografie spiegelt eindrucksvoll den Übergang von lokaler Aktion zu internationaler Relevanz wider. Ob bei unkonventionellen Freilichtpräsentationen im Schnee, in selbst geschaffenen Lebensräumen oder auf stark frequentierten Plattformen wie der SWISSARTEXPO – Kirisits sucht stets den unmittelbaren, unverstellten Austausch mit dem Betrachter abseits der traditionellen musealen Gatekeeper. 1985: „Bela Korenys Broadway“ – Pianobar-Galerie, Wien (Erste signifikante öffentliche Präsentation in der Spätphase seiner Ausbildung). 1988: „Mensch, Mensch, Mensch“ – VKB-Bank, Wels (Frühe Manifestation seines anthropozentrischen Fokus). 1989: „Sommerakademie-Ausstellung“ – Hohe Feste, Salzburg (Präsentation der Resultate des Studiums bei Jörg Immendorff). 1993/95: „Transitorische Bewegung im Raum“ – Alter Silo, Wels (Maßgebliche Intervention und Raum-Performance der GRUPPE SILO). 1998: „CULTURE DANCE MOTION“ – Zauner Stadl, Zwettl (Interdisziplinäre Malaktion, die Bewegung, Musik und Malerei verband). 2001: Gruppenausstellungen – u.a. Galerie Goldra, Loulé, Portugal (Internationale Expansion während seines prägenden Portugal-Aufenthalts). 2003: „Geselligkeit“ – De Tamboer, Hoogeveen, Niederlande (Präsentation im großen Theater- und Kongresszentrum; internationale Würdigung). 2005: „Die Blüten des Lebens“ – Galerie Beromünster, Schweiz (Auseinandersetzung mit pflanzlichen Wachstums- und Verfallsprozessen). 2016: „BODEN-STÄNDIG“ – Lerchhaus, Eibiswald, Österreich (Hommage an die südsteirischen Wurzeln seiner Frau; Kombination älterer und neuerer Werke). 2019: „Erotik in der Kunst“ – Galerie Bachlechner, Schweiz (Teilnahme an einer namhaften thematischen Gruppenausstellung). 2024: „Freilichtausstellung im Schnee“ – Schöftland, Schweiz (Radikales Konzept: Konfrontation der Ölgemälde mit extremen, unkontrollierbaren Naturkräften). 2025: „Freilichtausstellung E'stelella“ – Mallorca, Spanien (Geplante Intervention am Meer; Symbiose von Kunst und balearischer Landschaft). 2025/26: „SWISSARTEXPO“ – Hauptbahnhof Zürich, Schweiz (Präsentation der Raben-Serie in einem der meistfrequentierten urbanen Räume Europas).

Wolfgang Gottfried Kirisits

©2024 Wolfgang Gottfried Kirisits

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